Herum stöbern

Da hat man mal so Tage oder Nächte, an denen man doch länger im Internet surft, als man eigentlich vor hatte.. Ich denke viele kennen dieses Szenario nur zu gut.

Man stöbert hier, tut dieses, tut jenes.

Man shoppt vielleicht mal online, ohne etwas zu kaufen, oder sucht nach dem einen oder anderen Buch. Das zweite Beispiel war mein Fall. Dann werden immer andere interessante Bücher vorgeschlagen, die einen auch interessieren könnten und schwups, siehe da, ein Buch über Alzheimer taucht auf. Dieses hier: Dement, aber nicht bescheuert

Da dachte ich mir im ersten Augenblick, das kann doch gar nicht sein, du suchst nach einem Buch über den Magen und bekommst dann ausgerechnet dieses Buch vorgeschlagen. Natürlich kein so großer Zufall, wie es in der ersten Sekunde erscheint, Webseiten speichern nun einmal die Informationen der Nutzer und wissen ganz genau, welche Historie sich hinter dem Nutzer verbirgt. Zudem haben beide Publikationen einen medizinischen Hintergrund.

Dennoch habe ich empfunden, dieses Geschehen auf dieser Seite hier zu teilen.

verschwommen/ verschwommene Gedanken

Gedanken, Gedanken die verschwommen sind, daran erinnert mich diese Bild momentan..

Kann man sich so die Gedanken eines Menschen vorstellen, der sein Gedächtnis verliert? Verschwommen, einfach alles verschwommen?

Oder unklar, trifft dieses Wort eher zu, als verschwommen?

Es scheint manchmal alles unklar zu sein, was ist richtig, was ist falsch, was war nun wahr oder doch bloß erfunden…. Eine Leere ist manchmal wirklich zu betrachten, eine Leere wenn derjenige nicht unterscheiden kann, und das zwischen den verschiedensten auch manchmal ganz simplen Dingen. Entscheidungen zu treffen scheint schwer.

Dieses Unklare- ist wohl wirklich sehr unscharf für meinen Vater.

verschwommene Gedanken

verschwommen…

Somebody that I used to know…

Somebody that I used to know, ein Song der vor einiger Zeit durchaus bekannt war, lief letztens im Radio und ich wurde dieses Mal auf eine andere Weise darauf aufmerksam. Es stimmte mich nachdenklich…

„Somebody that I used to know“ ist ein Lied mit der Bedeutung, dass es einen Menschen gibt, der einmal für einen eine wichtige Bedeutung hatte und den man nun mittlerweile nicht mehr richtig kennt. Ursprünglich handelt der Song zwar von einem Ende einer Beziehung, aber es könnten meiner Meinung nach auch zwischenmenschliche Beziehungen damit verbunden werden, die durchaus familiär sein können. Es geht hierbei lediglich um „somebody“.

In diesem Kontext hat es mich also zum ersten Mal ins traurige Staunen versetzt und ich wurde emotional. Mein Vater entspricht auch diesem Bild, früher war er anders, sein ganzes Verhalten war anders und nun ist es manchmal vielleicht sogar undurchschaubar… Er und viele Alzheimer-Patienten sind genau diese Personen die man es gewohnt war zu kennen und sich nun völlig umstellen muss.

Wenn das Schicksal viele Menschen betrifft- Gerd Müller

Wenn das Schicksal von Alzheimer viele Menschen betrifft, ist es an die Öffentlichkeit gelangt.

Gerd Müller, bekannter Fußballspieler und einst aktiver Spieler des FC Bayern München ist an Alzheimer erkrankt wie aktuell in den Medien beobachten kann. Meines Erachtens trifft es nicht nur ihn und seine Familie, nein vielmehr auch die tausende, Millionen an Fans, Freunden und Bekannten die er hat. Ich fasse hier einmal kurz die aktuelle Lage um Gerd Müller zusammen.

Eine Schlagzeile ist, dass Gerd Müllers Krankheit mittlerweile soweit vor gedrungen ist, dass er in einem Pflegeheim behandelt wird und laut Medien an schlechten Tagen bereits nur noch seine Ehefrau erkennt. Eine furchtbare Vorstellung! Und man merkt, wie schnell diese Krankheit sich ausbreiten kann! Ich, als Tochter eines Alzheimer-Patienten, meinem Vater, kann es nicht so recht wahrhaben. Es wird gesagt, dass er eine großartige Unterstützung von seiner Frau, Familie und Bekanntenkreis bekam und ich denke auch bekommt.

Wir wünschen Durchhaltevermögen! Im heutigen Stand der Wissenschaft, soweit ich das momentan weiß, gibt es kein Heilmittel.. Wir wünschen einfach auch noch einige schöne Stunden im Kreis seiner Familie und dennoch alles Gute, auch wenn es nicht mehr leichter werden wird.

Quellen:

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article147300407/Bayern-Legende-Gerd-Mueller-an-Alzheimer-erkrankt.html am 07.10.2015

Neues erlernen

Neue Dinge verstehen, erlernen, erlernen wollen…

Heutzutage was ganz normales, man strebt nach Wissen, das ist auch gut so! Immer will man auf dem Neusten stand sein, mitreden können, sich eine Meinung bilden und viel mehr. Doch wie sieht es auch, wenn man das nicht mehr selber kann und den Prozess dahinter nicht mehr versteht? Was, wenn man selber merkt, dass die heutige Zeit für ihnen zu schnell ist, einen gar überholt?

Bei unserem Vater kann man es immer mehr bemerken, dass diese schnelllebige Zeit für ihn schwer verständlich ist. Man hat früher etwas gelernt und wozu den ganzen neumodischen Kram? Vor allem mein Bruder und ich in unseren jungen Jahren sind komplett in dieser Zeit drin, wir sind darin aufgewachsen und so ist es halt. Man braucht so viel Geduld um auch mal einen Gang runterzuschalten und unserem Vater manchmal Dinge ganz in Ruhe erklären zu können. Meistens gar nicht so einfach..

Manchmal sitzt mein Vater auch nur daneben wenn man eine Unterhaltung in der Familie führt und er schaltet dann einfach ab und sitzt einfach nur da. Ich weiß auch nicht, was er dann denkt, was in ihm vorgeht. Man könnte nur Vermutungen anstellen. Ich persönlich finde es schrecklich. Man ist praktisch in seinen alten Gedanken irgendwie gefangen denke ich manchmal und alles um einen herum dreht sich weiter.

So ist das wohl nun einmal, traurig aber wahr……

 

Interessante Studie

Ich sah vor ein paar Wochen die Sendung „Hirschhausens Quiz des Menschen“ auf ARD und sah dort eine interessante Studie zum Thema Alzheimer. Vielleicht hat der ein oder andere, der diesen Blog hier liest, auch die Sendung gesehen. Demnächst werde ich mich mit dieser Studie auseinander setzen und hierzu einige Zeilen verfassen.

Festland vs. Insel

In einem früheren Beitrag erwähnte ich bereits diese Geschichte, die mir bereits vor einigen Jahren erzählt worden ist. Die Geschichte ist sehr bildlich gesprochen, weitere Gedanken dazu könnt ihr hier nachlesen. http://www.alzheimer-austausch.com/vergesslichkeit/

Diese Geschichte handelt von den Patienten, die an Alzheimer erkrankt sind, den Angehörigen und mein persönliches Empfinden dem Überbrücken dieser Distanz zwischen den beiden Parteien um eine Verbindung aufrechtzuerhalten. Als ein Mensch, der nicht an dieser Krankheit erkrankt ist, lebt man bildlich gesprochen auf dem Festland. Man hat weiterhin zu all seinen Leuten Kontakt, lebt sein Leben einfach weiter und bekommt alles weitere auch problemlos mit. Der Patient allerdings vergisst nicht nur Dinge, Geschehnisse, nein, sein Wesen verändert sich auch in den meisten Fällen. Man kommt dann wahrscheinlich nicht mehr so gut mit einigen Personen klar, man versteht nicht mehr die neusten Techniken und fühlt sich in unserem geschilderten Fall missverstanden.

Das Bild, welches ihr in diesem Beitrag seht, beschreibt die Lage ganz passend. Als nicht-Erkrankter lebt man auf dem Festland und driftet immer mehr ab. Dieses abkommen spiegelt sich in den Inseln wieder. Man ist in sich hineingekehrt oder könnte auch völlig ausrasten, man ist als Patient dann wohl manchmal auf dieser Insel und lebt in seiner ganz eigenen Welt. Vielleicht könnte man mit Gleichgesinnten einer anderen Insel Kontakt aufnehmen, aber gleich-Erkrankte findet man wohl nicht ganz so schnell. Die Angehörigen leben weiterhin auf dem Festland. Die Insel kann womöglich immer weiter weggetrieben werden. Dennoch möchte man dringend auch den Kontakt zu den Patienten aufnehmen. Durch Schiffe fährt der Patient nun dann auf das Festland und lebt dort auch. Nur manchmal und dann immer häufiger wohl gerät man auf die Insel zurück. Die Schiffe, bildlich gesprochen, sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Sie helfen einen den Kontakt zu halten, weiterzuhelfen oder einfach an die guten alten Zeiten sich zu erinnern.

festland, insel, schiff als brücke

Vergesslichkeit- zu allgemein?

Vergesslichkeit, ein sehr bekanntes Schlagwort wenn es um Alzheimer, Demenz geht. Doch was steckt dahinter…

Eine Floskel die man vielleicht kennt ist diese: „Memories can’t get lost“ zu deutsch so viel wie „Erinnerungen kann man nicht vergessen“. Doch wenn man an Alzheimer erkrankt vergisst man diese nun mal doch. Das Kurzzeitgedächtnis ist meist angegriffen und man erinnert sich super gut an die ‚guten alten Zeiten‘, doch wie sieht es mit dem gestern aus? Wenn irgendwelche Streitpunkte aufkommen, seien es auch ganz banale Dinge, die manchmal im Familienleben einfach auftauchen und diese dann womöglich öfter, kann man ganz schnell, ganz oft diese EINE Diskussion des Öfteren führen. Der Alzheimer-Patient, beispielsweise bei uns, besteht auf sein Argument und man eckt immer an den selben Stellen an. Da gibt es auch keine Geheimlösung um dagegen gut anzukommen. In unserem Fall ist es so, ständig zu diskutieren führt häufig zu nichts, man muss geduldig sein und es manchmal einfach lassen seinen Standpunkt zu vertreten. Alles immer einfacher gesagt als getan, doch man muss sich dieses immer wieder in Gedanken rufen. Wenn man also den einen Tag diskutiert und an einem anderen Tag genau diese Thematik wieder angesprochen wird, muss man sich einfach merken der ‚Patient‘ kann sich womöglich nicht mehr genau an dieses Szenario erinnern.

Hierzu eine kleine Geschichte, die uns mal jemand erzählt hatte und uns nicht loslässt.

Alzheimer, Demenz-Erkrankte Patienten verlieren ihr Gedächtnis, sie verlieren nicht nur ihre Erinnerungen und Fähigkeiten, nein, sie verändern auch ihr Wesen, sie werden sich einfach verändern. Und man muss sich einfach vorstellen, dass die gesunden, wie auch wir Angehörigen, auf dem Festland weiter leben und die Patienten immer weiter und weiter auf eine einsame Insel sich entfernen. Der Kontakt zu dieser Insel kann manchmal abbrechen und wird es immer mehr, allerdings kommt der Kontakt auch manchmal wieder. Man fährt dann sozusagen mit kleinen Schiffchen zu dem Patienten oder der Patient zu einem.