WGs für Demente?

Welche Wohnmodelle gibt es eigentlich für Demente?

Als erstes kommt einem da wohl das Pflegeheim, oder das eigene Zuhause in den Sinn. Vielleicht auch Psychiatrien oder sonstige Einrichtungen. Das es allerdings WGs, also Wohngemeinschaften, für Demente erkrankte geben soll, darüber habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht.

Infos per TV

Ich habe vor einiger Zeit einen Bericht im Fernsehen gesehen, welcher genau dieses Thema behandelte. In dem Bericht wurde verschieden WG Modelle für Dement erkrankte aufgelistet. Und bestätigt, ein Leben in einer WG kann durchaus positiv für die Patienten sein.

Sie können dort freier leben, sie können vielleicht mehr sie selbst sein und werden nicht nur in Routinen gesteckt. Es funktioniert für den einen und den anderen.

Unter https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/leben-in-einer-demenz-wg-100.html kann man sich den Beitrag noch einmal genau anschauen.

 

Ganz schön fand ich dort die Aussagen, dass Betroffene dieser Krankheit vor allem durch die emotionale Ebene angesprochen werden können und vieles in dieser Hinsicht noch wahrnehmen.

Das stelle ich mir auch manchmal nur zu gut bei meinem Papa vor…

Festland vs. Insel

In einem früheren Beitrag erwähnte ich bereits diese Geschichte, die mir bereits vor einigen Jahren erzählt worden ist. Die Geschichte ist sehr bildlich gesprochen, weitere Gedanken dazu könnt ihr hier nachlesen. http://www.alzheimer-austausch.com/vergesslichkeit/

Diese Geschichte handelt von den Patienten, die an Alzheimer erkrankt sind, den Angehörigen und mein persönliches Empfinden dem Überbrücken dieser Distanz zwischen den beiden Parteien um eine Verbindung aufrechtzuerhalten. Als ein Mensch, der nicht an dieser Krankheit erkrankt ist, lebt man bildlich gesprochen auf dem Festland. Man hat weiterhin zu all seinen Leuten Kontakt, lebt sein Leben einfach weiter und bekommt alles weitere auch problemlos mit. Der Patient allerdings vergisst nicht nur Dinge, Geschehnisse, nein, sein Wesen verändert sich auch in den meisten Fällen. Man kommt dann wahrscheinlich nicht mehr so gut mit einigen Personen klar, man versteht nicht mehr die neusten Techniken und fühlt sich in unserem geschilderten Fall missverstanden.

Das Bild, welches ihr in diesem Beitrag seht, beschreibt die Lage ganz passend. Als nicht-Erkrankter lebt man auf dem Festland und driftet immer mehr ab. Dieses abkommen spiegelt sich in den Inseln wieder. Man ist in sich hineingekehrt oder könnte auch völlig ausrasten, man ist als Patient dann wohl manchmal auf dieser Insel und lebt in seiner ganz eigenen Welt. Vielleicht könnte man mit Gleichgesinnten einer anderen Insel Kontakt aufnehmen, aber gleich-Erkrankte findet man wohl nicht ganz so schnell. Die Angehörigen leben weiterhin auf dem Festland. Die Insel kann womöglich immer weiter weggetrieben werden. Dennoch möchte man dringend auch den Kontakt zu den Patienten aufnehmen. Durch Schiffe fährt der Patient nun dann auf das Festland und lebt dort auch. Nur manchmal und dann immer häufiger wohl gerät man auf die Insel zurück. Die Schiffe, bildlich gesprochen, sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Sie helfen einen den Kontakt zu halten, weiterzuhelfen oder einfach an die guten alten Zeiten sich zu erinnern.

festland, insel, schiff als brücke

Vergesslichkeit- zu allgemein?

Vergesslichkeit, ein sehr bekanntes Schlagwort wenn es um Alzheimer, Demenz geht. Doch was steckt dahinter…

Eine Floskel die man vielleicht kennt ist diese: „Memories can’t get lost“ zu deutsch so viel wie „Erinnerungen kann man nicht vergessen“. Doch wenn man an Alzheimer erkrankt vergisst man diese nun mal doch. Das Kurzzeitgedächtnis ist meist angegriffen und man erinnert sich super gut an die ‚guten alten Zeiten‘, doch wie sieht es mit dem gestern aus? Wenn irgendwelche Streitpunkte aufkommen, seien es auch ganz banale Dinge, die manchmal im Familienleben einfach auftauchen und diese dann womöglich öfter, kann man ganz schnell, ganz oft diese EINE Diskussion des Öfteren führen. Der Alzheimer-Patient, beispielsweise bei uns, besteht auf sein Argument und man eckt immer an den selben Stellen an. Da gibt es auch keine Geheimlösung um dagegen gut anzukommen. In unserem Fall ist es so, ständig zu diskutieren führt häufig zu nichts, man muss geduldig sein und es manchmal einfach lassen seinen Standpunkt zu vertreten. Alles immer einfacher gesagt als getan, doch man muss sich dieses immer wieder in Gedanken rufen. Wenn man also den einen Tag diskutiert und an einem anderen Tag genau diese Thematik wieder angesprochen wird, muss man sich einfach merken der ‚Patient‘ kann sich womöglich nicht mehr genau an dieses Szenario erinnern.

Hierzu eine kleine Geschichte, die uns mal jemand erzählt hatte und uns nicht loslässt.

Alzheimer, Demenz-Erkrankte Patienten verlieren ihr Gedächtnis, sie verlieren nicht nur ihre Erinnerungen und Fähigkeiten, nein, sie verändern auch ihr Wesen, sie werden sich einfach verändern. Und man muss sich einfach vorstellen, dass die gesunden, wie auch wir Angehörigen, auf dem Festland weiter leben und die Patienten immer weiter und weiter auf eine einsame Insel sich entfernen. Der Kontakt zu dieser Insel kann manchmal abbrechen und wird es immer mehr, allerdings kommt der Kontakt auch manchmal wieder. Man fährt dann sozusagen mit kleinen Schiffchen zu dem Patienten oder der Patient zu einem.